Die nachfolgenden Vorschläge sollen Ihnen helfen, Ihre betriebliche Zahlungsfähigkeit (Liquidität) zu erhalten bzw. zu verbessern. Je nach der entsprechenden betrieblichen Situation können einzelne Maßnahmen oder aber auch Maßnahmenbündel sinnvoll sein. Wir helfen Ihnen bei der Umsetzung.
1. Finanzplanung
Die Finanzplanung verschafft Ihnen einen Überblick über die
Finanzströme. Die Fälligkeiten von Verbindlichkeiten (z.B. Bankraten,
Steuerzahlungen) werden offengelegt. Sie erkennen sofort, wann und in
welcher Höhe Liquidität benötigt wird. Sehr hilfreich ist auch die Führung
einer Offenen-Posten-Liste im Rahmen der Finanzbuchhaltung. Wichtig ist
hierbei, dass alle Ein- und Ausgangsrechnungen vollständig erfasst
werden.
Saisonbetriebe sollten zwingend einen Finanzplan aufstellen. Nur so
können Sie sich vor unliebsamen Finanz-Überraschungen schützen.
Über eine Excel-Tabelle lässt sich ein Finanzplan gut darstellen
und kann schnell an Veränderungen angepasst werden. Im Einzelfall sind
bereits Eintragungen im Jahresterminplaner nützlich.
2. Finanzierung statt Barzahlung
Sachanlagegüter sollten Sie grundsätzlich entsprechend ihrer betriebswirtschaftlichen Nutzungsdauer finanzieren. Vereinbaren Sie mit der Bank Sonder-Tilgungsmöglichkeiten. Dadurch können Sie bei entsprechender Liquiditätslage vorzeitig Ihr Darlehen tilgen. Dabei sollte der Finanzplan (siehe 1.) immer im Auge behalten werden.
3. Leasing statt Finanzierung
Die eigene Liquidität schonen Sie zunächst auch, wenn Sie Sachanlagegüter leasen. Dadurch ersparen Sie sich auch Kredit-Verhandlungen mit Ihrer Bank. Zusätzlich verbessert Leasing Ihre Rating-Einstufung bei der Bank. Bei späteren Kreditverhandlungen wirkt sich diese bessere Rating-Einstufung positiv aus.
4. Planung von Sachanlage-Investitionen
Prüfen Sie kritisch den Zeitpunkt, zu dem Sie Anschaffungen durchführen
wollen. Betreiben Sie einen anlageintensiven Betrieb, der regelmäßig
wiederkehrende Investitionen erforderlich macht, so sollten Sie einen
langfristigen Investitionsplan erstellen, damit Sie nicht von notwendigen
Reinvestitionen überrascht werden.
Mittels eines Investitionsplans lassen sich ggf. die notwendigen
mittelfristigen Investitionen besser auf die Laufzeit verteilen. Es
entsteht ggf. kein Investitionsstau, der insbesondere in Krisenzeiten nur
schwer zu beheben ist.
Mit regelmäßigen Ersatzinvestitionen ersparen Sie sich eventuell auch
größere Reparaturaufwendungen, die mit steigendem Alter des benutzten
Wirtschaftsguts anfallen. Neue Wirtschaftsgüter tragen oftmals auch zur
Einsparung bei den eingesetzten Energien (Strom, Treibstoff pp.) bei.
Somit ein positiver Nebeneffekt.
5. Aktives Forderungsmanagement
Schreiben Sie Ihre Ausgangsrechnungen zeitnah. Überprüfen Sie Ihr Mahnwesen. Sprechen Sie mit Ihren Kunden auch über die Möglichkeit des Rechnungseinzugs, ggf. gegen Gewährung eines Skontobetrags.
6. Anforderung von Abschlägen
Bei größeren Aufträgen oder längerer Auftragsabwicklung sollten Sie rechtzeitig Rechnungsabschläge einfordern. Dieses ist insbesondere wichtig, wenn Sie mit sehr viel Materialeinsatz in Vorleistung treten müssen.
7. Überprüfung der Privatentnahmen bzw. der Geschäftsführergehälter
Die Höhe der Privatentnahmen bzw. alternativ die Höhe der
Geschäftsführergehälter wirken sich unmittelbar auf die betriebliche
Liquidität aus und müssen daher kritisch beobachtet werden.
Viele Unternehmer erkennen zu spät, dass ein mangelnder Überblick eine
betriebliche Krisensituation verschärft oder gar heraufbeschwört.
8. Liquiditätsplanung von Steuerzahlungen
Aus dem laufenden Ergebnis der Buchhaltung lassen sich bereits
Tendenzen für das voraussichtliche Jahresergebnis ableiten. Im Gespräch
mit uns kann das voraussichtliche steuerliche Ergebnis berechnet und die
Angemessenheit der Vorauszahlungen überprüft werden.
Bei einer Ergebnis-Verschlechterung sollte ein Antrag auf Herabsetzung
der Steuer-Vorauszahlungen gestellt werden.
Auch Ergebnis-Verbesserungen und die Auswirkungen auf die Steuerzahlungen
sollten für die Liquiditätsplanung beachtet werden.
Steuerabschlusszahlungen im Folgejahr müssen in die
Finanz-/Liquiditätsplanung einbezogen werden. Soweit es die Liquidität
zulässt, kommt ggf. auf Antrag beim Finanzamt auch eine Anpassung der
Vorauszahlungen nach oben in Betracht.
9. Kontokorrentrahmen
Aus den Informationen des Finanz- und Investitionsplans sollten Sie mit
Ihrer Bank einen ausreichenden Kontokorrentrahmen vereinbaren. Nur so
vermeiden sie kurzfristige Engpässe im Zahlungsverkehr und sichern Ihre
permanente Zahlungsfähigkeit.
Darüber hinaus ist es gerade in Krisenzeiten wichtig, mit der Hausbank
einen aktiven Kontakt zu pflegen. Informieren Sie Ihre Hausbank
rechtzeitig über ausbleibende Forderungseingänge bevor Überweisungen wegen
mangelnder Liquidität nicht ausgeführt werden.


